"Moonrise II" by Atmara Rebecca Cloe

MOND

Der Mond oder die Mondin - seit Jahrtausenden von uns geliebt und verehrt.
Ihr Fortschreiten von der kleinen Silberscheibe zum vollen Erntemond und schließlich zur tiefen, reichen Dunkelheit, ihre monatliche Reise über das Firmament ist ein zyklisches Mysterium.
Überall auf der Erde haben die Völker den Mond beobachtet.

Alle 28 Tage vollendet der Mond einen Zyklus wandelt sich vom Vollmond zum Neumond. 
Diese Zyklen fügen sich zum jährlichen Kreislauf von dreizehn Monden zusammen. 
Es gab besonders wichtige Tage im Mondzyklus, den Neu- und Vollmond und die Viertelmonde, diese Tage waren Feiertage. 
Der Mond war der erste Kalender und er ging  jeweils von Mittag bis Mittag, dadurch lagen die heidnischen Feste auch immer einen Tag vor den christlichen.

Es gibt verschiedene Mondphasen:

VOLLMOND
Der Vollmond ist die Zeit des Lichtes. Das Mondlicht ist das magischste unter den Lichtern. 
Es heilt und beruhigt, es bringt die Dinge zum Wachsen. 
Es ist die Zeit der Meditation, der gesteigerten Wahrnehmung und des Sinnens, in der man in sich gehen sollte.

SCHWARZMOND oder DUNKLER MOND
Astrologisch gesehen der Neumond.
Er wird von vielen Menschen gefürchtet. Für viele Menschen stellt diese Nacht ein Tor zu den tiefsten Abgründen unserer Seele dar, dem man sich rituell nur aus gutem Grund nähern sollte.
Ich glaube das er sehr machtvoll ist, er wirft keine Schatten. 
Nichts ist normal oder unnormal, gut oder böse, richtig oder falsch - es ist einfach.
Hekate geht um wenn der Mond dunkel ist und die Energien am verborgensten sind, geheimnisvoll und magisch. Es ist die Zeit des Blutes, des Todes und der inneren Landschaft, der Augenblick tiefer, dunkler, unbewußter Kräfte, der Träume und Visionen, des Hexens und der Geister.
Wir müssen unsere dunklen Seiten erkennen und akzeptieren. Eine gute Zeit für Zauberei, den dazu ist der Schatten besser geeignet als das Licht. Der dunkle Mond ist die Zeit des Loslassens, wo man sich von alten Dingen lossagt. Wir zerstören um zu erneuern.
Als Quelle des Lebens und als das dunkelste, tiefste Gewässer, als erschreckender, tiefer Lebensborn und Todesbote fordert und konfrontiert uns der Dunkle Mond und zeigt und das Mysterium von Leben und Tod.

NEUMOND
Für uns ist der Neumond die Mondsichel die drei Tage nach dem Dunklen Mond erscheint. 
Der Neumond ist die Zeit des Beginnens, eine Phase hoffnungsfroher, optimistischer Magie. Es ist die Zeit der Rituale, der Aktivitäten und der Bewegung, eine gute Zeit um unsere Träume zu Verwirklichen.

DIE MENSTRUATION UND DER MOND
Die Menstruation ist ein Zeichen dafür das wir fähig sind Leben zu schenken und wir sollten sie als etwas Schönes sehen. Der Mond beherrscht die Flüssigkeiten in unserem Körper daher auch die Menstruation.
Viele von uns fühlen sich schuldig weil sie menstruieren. Viele sehen die Menstruation als eine Beschmutzung und Verunreinigung ihres Körpers. Dabei ist sie das größte Geschenk das uns Mutter Erde geben konnte, wir sind damit sehr stark mit der Natur verbunden. 
Wieder andere haben große Schmerzen wenn sie menstruieren oder leiden unter unregelmäßigem Zyklus. 
Dabei gibt es so viele natürliche Mittel um die Schmerzen zu lindern, den Zyklus zu regeln oder die Blutung zu fördern.
Wir müssen nur ein natürliches Verhältnis zu unserem Körper bekommen und die Menstruation als Geschenk von Mutter Erde und etwas Selbstverständliches ansehen.

Früher beobachteten Frauen den Mond, während sie auf ihre Blutung oder auf das Erwachen neuen Lebens warteten.
Die Frauen besaßen zwar kein so umfangreiches Wissen um die Monatsblutung wie heute (obwohl sie früher eine bessere Beziehung dazu hatten als heute!), sie zählten dennoch ängstlich oder freudig die Tage bis zu ihrer Periode.

Auch die Geschichte zeigt es, das Menstruationsblut ist sehr kraftvoll:
In Griechenland galt es als der "übernatürliche rote Wein", den Hera den Göttern reichte.
Thor erreichte das Land des Lichts und das ewige Leben in dem er im Blut der Göttin badete.
Die Aborigines bemalten ihre heiligen Steine mit roter Farbe, das für sie das Menstruationsblut darstellte.
Der Name der britischen Blumenkönigin, Bloedwedd, bedeutet Bluthochzeit.
Auch die ägyptischen Pharaonen wurden durch die Einnahme des Blutes der Isis göttlich.

Menarche, die Zeit der ersten Blutung ist für junge Frauen eine magische Zeit. Die Kindheit geht zu Ende, die Tür zu einer anderen Welt öffnet sich. Man betritt eine völlig andere Welt, voller weiblicher Magie. Wir träumen stärker und sind kreativer, viele Frauen sind während dieser Zeit lustvoller.
In manchen Kulturen gab oder gibt es Menstruationshütten, dort kamen die menstruierenden Frauen zusammen, erzählten sich Geschichten, reinigten sich von schädlichen Einflüssen und vor allem konnten sie einmal zur Ruhe kommen.
Sehr  viele Frauen die Zusammenleben zur gleichen Zeit menstruieren.

Unser Blut ist sehr machtvoll doch wir sollen uns nicht selbst verletzten, deshalb sammeln viele Hexen ihr Menstruationsblut, da es uns auf natürliche Weise gegeben wird.

Quelle: Elisabeth Brooke "Hexenmagie", weitere Mondgedichte gibt es HIER

Mondlicht

Wie liegt im Mondenlichte
Begraben nun die Welt;
Wie selig ist der Friede,
Der sie umfangen hält!

Die Winde müssen schweigen,
So sanft ist dieser Schein;
Sie säuseln nur und weben
Und schlafen endlich ein.

Und was in Tagesgluten
Zur Blüte nicht erwacht,
Es öffnet seine Kelche
Und duftet in die Nacht.

Wie bin ich solchen Friedens
Seit lange nicht gewohnt!
Sei du in meinem Leben
Der liebevolle Mond!

Theodor Storm: Gedichte, Ausgabe 1885


 

Zurück

Home


Alle Texte, wenn nicht anders angegeben, © by Jibril